Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e. V.
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Landschaftspflege mit Ziegen in Baden-Württemberg

Zahlreiche Flächen unserer Kulturlandschaft sind heute einer fortschreitenden Verbuschung (Sukzession) ausgesetzt (z. B. Brachen, Naturschutzgebiete). Artenvielfalt und Landschaftsbild werden dadurch stark beeinträchtigt. Ziegen werden seit einigen Jahren vermehrt in Natur- und Landschaftsschutzprojekten eingesetzt. Dabei macht man sich insbesondere ihre Eigenschaft zunutze, Bäume und Sträucher zu verbeißen und somit die brachgefallenen Flächen wieder zu öffnen. Wie effizient und kostengünstig im Vergleich zu einer maschinellen Pflege die Ziegen dabei arbeiten, wurde in vielfältigen wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt.

Gehölz
Hecken
Gründe, die für den Einsatz von Ziegen in der Landschaftspflege sprechen, sind:
  • Kostengünstige Mäh- und Entsorgungsarbeit im Vergleich zu maschineller Pflege.
  • Vielseitiges Futterspektrum, da Konzentratselektierer: Ziegen „picken“ sich aus dem angebotenen Spektrum die für sie schmackhaftesten und nahrhaftesten Pflanzenarten heraus und beweiden diese bevorzugt.
  • Die gespaltene Oberlippe ermöglicht das Befressen von mit Stacheln oder Dornen bewehrten Büschen wie Rosen, Weißdorn oder Schlehen.
  • Gehölze sind wichtiger Bestandteil im Nahrungsspektrum der Ziegen: Diese werden bis zu einer gewissen Stärke der Triebe verbissen, die Stämme von Büschen und Bäumen werden zusätzlich geschält, da sich direkt unter der Rinde für die Tiere notwendige und wertvolle Mineralstoffe befinden.
  • Ziegen können auf den Hinterbeinen stehend Zweige bis in einer Höhe von etwa zwei Metern über dem Boden erreichen und befressen („fakultative Bipedie“).
  • Als eine ursprünglich aus dem Gebirge stammende Tierart können Ziegen hervorragend klettern: Dies ermöglicht ihnen, auf entsprechend starke Büsche oder Bäume hinaufzuklettern und diese auch in Bereichen zu befressen, die vom Boden aus nicht erreichbar sind.
  • Das relativ geringe Körpergewicht der Ziegen in Verbindung mit den zweiteiligen Klauen führt zu geringen Bodenschäden und -verdichtungen („goldene Klaue“).

Im Bereich der Landschaftspflege mit Ziegen werden Milchziegen, wie die Bunte Deutsche Edelziege, nur selten eingesetzt. Hier werden neben der Burenziege und ihren Kreuzungen zunehmend Robustrassen aus der Schweiz und Österreich gehalten.

Zusammenfassung Projekt Netzwerk

Ziegen sind besonders geeignet zur Beweidung von:

Magerweiden

Magerweiden

Heiden

Heiden, Mager-, Sand- und Trockenrasen

Saumvegetation

Saumvegetation von Wäldern und Gebüschen

Gebüsch

Gebüschen, Gehölzen und Hecken

Geröll

Steinigen- oder felsigen Strukturen wie Geröllhalden, Steinriegel oder Felsstrukturen

Brennessel

Dominanzbestände krautiger Pflanzenarten oder Neophyten wie z.B. Brennnessel, Mädesüß, Goldrute oder Staudenknöterich

Gefördert vom Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg
Wenn Sie Fragen haben: Den Ziegenzuchtverband erreichen Sie unter zzv@ziegen-bw.de.
In Baden-Württemberg finden sich Schwerpunkte der Ziegenforschung an der Universität Hohenheim und an der Fachhochschule Nürtingen, mit denen der Ziegenzuchtverband zusammenarbeitet.
  
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