Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e. V.
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Grundsätzliche Erklärungen zur Zuchtwertschätzung

Die gemeinsame Zuchtwertschätzung für Bunte und Weiße Deutsche Edelziegen (BDE bzw. WDE) in Baden-Württemberg und Bayern ist modular aufgebaut, zunächst wurde eine Zuchtwertschätzung für Milchleistungsmerkmale – Milch-kg, Fett-kg, Eiweiß-kg, Fett-Prozent und Eiweiß-Prozent sowie ein zusammenfassender Milchwert – entwickelt.

Derzeit in der Entwicklung ist eine Zuchtwertschätzung für Exterieurmerkmale, aufbauend auf der linearen Beschreibung. Neben den Informationen für die auf den Bockmärkten in Pfullingen (23. Juli 2014) und Ingolstadt-Zuchering (28. Juli 2014) aufgetriebenen Jungböcke sind auf den im Link unten bereitgestellten Gesamtlisten Zuchtwerte aller Ziegenböcke der Rassen BDE und WDE der Geburtsjahrgänge 2008 bis 2014 aufgeführt. Hierbei kann es vorkommen, dass einzelne Böcke inzwischen aus der Zucht ausgeschieden sind, ihr Zuchtwert ist aber z.B. auch als Vater-Information interessant. So haben die Ziegenzüchter und -halter die Möglichkeit, sich zwischen noch ungeprüften Jungböcken mit recht geringen Sicherheiten der Zuchtwerte und Altböcken mit vielen Nachkommen und damit höheren Sicherheiten der Zuchtwerte zu entscheiden.

Die Sicherheit des Zuchtwertes gibt Auskunft über dessen Aussagekraft bzw. Zuverlässigkeit. Sie ist abhängig von der Anzahl der für die Zuchtwertschätzung zur Verfügung stehenden Informationen. Junge Böcke und ältere Ziegenböcke, die nur in kleinen Betrieben eingesetzt wurden, haben Sicherheiten der Zuchtwerte von unter 30 Prozent. Böcke, die im Rahmen des Bocktauschrings gezielt in Betrieben in Baden-Württemberg und Bayern eingesetzt wurden, haben jetzt im Alter von drei Jahren eine Sicherheit des Zuchtwerts von 50 – 60 Prozent.

Die Zuchtwertlisten gibt es für jede Rasse in vier Versionen, einmal sortiert nach dem Milchwert, einmal nach dem Bocknamen, einmal nach der Fettmenge und einmal nach der Eiweißmenge. Der Milchwert ist eine Zusammenfassung der Merkmale Milch-, Fett- und Eiweißmenge in einem Index, gewichtet entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung: 0,20 €/kg Milch, 7,00 €/kg Fett und 8,50 €/kg Eiweiß. Dieser Gewichtung liegen die Auszahlungspreise einer Molkerei zugrunde, hierbei werden die Inhaltsstoffe und insbesondere das Eiweiß am höchsten gewichtet.

In den Bocklisten sind die Ohrmarkennummer der Böcke, der Bockname, das Geburtsjahr des Bockes, Mutter- und Vater-Ohrmarkennummer sowie die Zuchtwerte und ihre Sicherheiten aufgeführt. Dabei wird der Milchwert als Relativzuchtwert ausgegeben, die Zuchtwerte für Milch-Kilogramm, Fett- und Eiweiß-Kilogramm bzw. -Prozent als Naturalzuchtwerte.

Zuchtwerte sind in der Ziegenzüchtung in Deutschland ein völlig neues Instrumentarium. Für die Milchziegenzüchter in Baden-Württemberg und Bayern ergibt sich hiermit die Möglichkeit, ihre Zuchttiere noch gezielter auszuwählen und somit Zuchtfortschritte schneller zu erreichen. Um trotz der teilweise ungünstigen, da kleinen und genetisch gesehen wenig vernetzen Strukturen in der Ziegenhaltung Zuchtfortschritt erreichen zu können, sollten die Zuchtwerte innerhalb der Zuchtprogramme für die gezielte Selektion und Anpaarung von Elterntieren genutzt und deren Nachkommen gezielt getestet werden.

Hier sind der Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. und der Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter e.V. im Dialog. Die Zuchtwertschätzstellen am Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg und an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft arbeiten auch zukünftig gemeinsam daran, die Zuchtwertschätzung weiter zu entwickeln und um zusätzliche Merkmale, insbesondere auch der Gesundheit und Robustheit, zu erweitern, um dem Zuchtziel „Hohe Milch-Lebensleistung bei guten Inhaltsstoffen“ in den nächsten Jahren immer näher zu kommen.

 

Zuchtwertschätzstelle und aktuelle Zuchtwertlisten BDE und WDE (www.tierzucht-bw.de)

Wenn Sie Fragen haben: Den Ziegenzuchtverband erreichen Sie unter zzv@ziegen-bw.de.
In Baden-Württemberg finden sich Schwerpunkte der Ziegenforschung an der Universität Hohenheim und an der Fachhochschule Nürtingen, mit denen der Ziegenzuchtverband zusammenarbeitet.
  
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